Samariter in Dakar

Ein Mann auf dem Weg von Jerusalem hinab nach Jericho geriet unter die Räuber, die ihn ausplünderten und schwerverletzt liegen ließen. […] Schließlich sah ein Samaritaner den verletzten Mann, erbarmte sich, versorgte dessen Wunden und transportierte ihn auf dem Reittier zur Herberge. Dort gab er am folgenden Morgen dem Wirt zwei Denare und beauftragte ihn mit der weiteren Pflege, verbunden mit der Zusage seiner Wiederkehr und der Erstattung weiterer Kosten.

Wikipedia: Der barmherzige Samariter

Beim letzten Besuch unseres Vereines begegneten wir in Dakar engagierten Christen und ihrem Verein ‚Le Bon Samaritain‘ (Der gute Samariter). Meistens einmal pro Jahr machen sich deren Mitglieder mit einem LKW auf in die Stadt, um dort lebenden Straßenkindern, fast alle von Ihnen Talibé, Kleidung und Essen zu schenken. Sie nennen es ihre ‚Karawane‘. In diesem Jahr haben die Bildungsanstifter eine private Einzelspende zur Unterstützung dieser Maßnahme verwendet und eine weitere Zusammenarbeit angeboten.

Am 24.04. war es so weit. Magui von Le Bon Samaritain erzählt:

Es ist uns eine Freude, dass wir mit dieser Karawane wirklich viel mehr über das Leben der Kinder auf der Straße erfahren konnten. Bei unseren Ausflügen waren wir in verschiedenen Vierteln. Bei unseren Besuchen flohen einige Kinder vor uns, weil sie dachten, wir seien gekommen, um sie zu stehlen oder sie abzuholen, was uns zunächst schockierte. Leider haben die Straßenkinder Grund zur Angst, weil sie sich an Leute mit schlechten Absichten erinnern können, die manchmal kommen, um sie zu entführen, in ihre Gewalt bringen, versklaven oder missbrauchen.

Als wir sie rennen sahen, mussten wir erst einmal hinterher und sie dazu bewegen, Essen und Kleidung anzunehmen, weil sie Angst haben. Schließlich haben uns einige willkommen geheißen, andere aber sind auf der Flucht geblieben. Damit diese Kinder auch etwas abhaben können, mussten wir anderen Kindern Sachen mitgeben, damit sie es den Ängstlichen geben.

Magui von Le Bon Samaritain

Wir haben unseren Freunden in Dakar auch zurück geschrieben

Cher Magui, merci beaucoup pour votre rapport. Nous étions tous très heureux. Beaucoup d’enfants ont peur de la caravane parce qu’ils ne vous connaissent pas. L’année prochaine viendront d’autres enfants, dans deux ans de nouveaux talibés. Un programme continu une fois par mois, une fois par semaine toujours dans les mêmes lieux permet de nouer des contacts et de les transmettre. Mais bien sûr, c’est beaucoup de travail.
Le Bon Samaritain dans la Bible a laissé de l’argent pour son patient à l’hospice et a promis qu’il reviendrait bientôt.

Liebe Magui, vielen Dank für deinen Bericht. Wir waren alle sehr glücklich. Viele Kinder haben Angst vor der Karawane, weil sie dich nicht kennen. Nächstes Jahr kommen andere Kinder, in zwei Jahren neue Talibés. Ein durchgehendes Programm einmal im Monat, einmal in der Woche immer an denselben Orten ermöglicht es, Kontakte zu knüpfen und weiterzugeben. Aber es ist natürlich viel Arbeit.
Der Barmherzige Samariter in der Bibel hinterließ Geld für seinen Patienten im Hospiz und versprach, dass er bald zurückkehren würde.

Ja, wir unterstützten diese Aktion einerseits gerne. Andererseits beteiligen wir uns schwerpunktmäßig an Projekten, die zumindest eine mittelfristige Nachwirkung haben oder – besser noch – eine Saat in sich tragen, die unter guten Bedingungen und viel Pflege aufgehen und sich vermehren kann.

Wenn die guten Samariter Dakars gärtnern wollen, können sie sich unserer Unterstützung sicher sein. Denn die Bildungsanstifter e.V. verstehen sich als Gärtner, nicht als Floristen …

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