Ein Virus lähmt die Welt

Alles war vorbereitet für die Präsentation unseres Projektes im Lions Club Bamberg am 17. März 2020. Doch dann kam Corona und legte das öffentliche Leben in Deutschland lahm. Die Veranstaltung konnte leider nicht stattfinden. Dabei hatten wir so große Hoffnungen auf diesen Abend gesetzt und sahen uns unserem Ziel schon so nah. Nun steht erstmal alles still – auch die Baustelle unserer Partnerschule Keur Dieumb. An eine Weiterarbeit vor der Regenzeit ist nun nicht mehr zu denken. Das haben wir auch unseren Projektpartnern im Senegal weitergegeben.

‚Wir fühlen uns euch mit ganzem Herzen sehr verbunden in diesen schwierigen Zeiten von Corona. Es ist wie eine Freundschaft für uns,‘

so die Antwort von Direktor Moussa auf den Bericht über die besorgniserregenden Entwicklungen in Deutschland.

Ein bisschen verzögert ist Corona nun auch im Senegal angekommen. Offiziell gibt es 175 bestätigte Fälle. Die Dunkelziffer wird sehr viel höher liegen, denn Tests können sich die Menschen im Senegal kaum leisten. Monsieur Moussa berichtet mittlerweile von einer ähnlichen Situation, wie wir sie in Deutschland gerade erleben.

Es gibt Ausgangssperren und es wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Alle Vorschulen, Schulen und Universitäten sind im Moment geschlossen. Versammlungen und öffentliche Demonstrationen oder Veranstaltungen sind im ganzen Senegal verboten. So können auch die Schüler*innen von Keur Dieumb nicht zur Schule kommen. Mebis – die Internetplattform, die den Schulen in Bayern eine digitale Beschulung ermöglicht, ist in Thies leider nicht verfügbar. –

Doch Corona bringt den afrikanischen Ländern ganz andere Probleme ..

Da tritt die Beschulung weit in den Hintergrund. Für viele Menschen im Senegal geht es ums blanke Überleben. Die meisten Experten sind sich einig, dass die Zahlen in Senegal rasch steigen werden und es angesichts der schlechten Infrastruktur und der Lebensbedingungen zur Katastrophe kommen könnte.

Social Distancing oder Quarantäne sind kaum realistisch.

Wie soll man sich schützen, wenn man zu zehnt in einer kleinen Wohnung oder Rundhütte lebt? Wie die Hygieneregeln einhalten, wenn man gar kein fließendes Wasser hat? Wie an Nahrungsmittel kommen, wenn die Märkte geschlossen werden?
Die Pandemie stellt uns im Moment überall auf der Welt vor große Herausforderungen. Das hat auch etwas Verbindendes. Wie schön, wenn sich durch die Projektarbeit zwischen den Bildungsanstiftern und dem Kollegium von Keur Dieumb ein Netz an Beziehungen entsteht, die auch in schwierigen Zeiten tragen – wenn man in Zeiten von Covid19 aneinander denkt, sich schreibt und Wünsche austauscht.

‚Die Situation ist auf der ganzen Welt sehr ernst. Wir beten, dass Covid19 besiegt wird und es zu keiner Katastrophe kommt und wir alle unversehrt bleiben. Das ist im Moment das Wichtigste‘, so Direktor Moussa. ‚Lasst uns weiter beten, es wird gut! Inshallah! So Gott will.‘

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