Besuch bei Keur Dieumb

Was für ein Empfang für die Delegation der Bildungsanstifter!

Knapp 300 Jungen und Mädchen stehen zum Empfang Spalier und begrüßen uns mit freundlichem Lachen, ausgelassenem Zuwinken und Danke-Rufen. Noch keine Minute ist seit unserer Ankunft vergangen und wir sind bereits glücklich und gerührt, wie viel Freude und Offenheit uns von der Dorfschule entgegengebracht wird.
Die älteren Mädchen haben sich festlich gekleidet und empfangen uns mit einem traditionellen Tanz. In einem feierlichen Ritual werden uns Kolanüsse überreicht. Die Kolanuss ist von großer sozialer und kultischer Bedeutung. Sie gilt als Symbol der Verbundenheit und Gastfreundschaft.

Die Tänzerinnen


Abdou erläutert uns die feierliche Zeremonie: ‚Das Überreichen der Kolanuss bedeutet, dass sich die Schule Keur Dieumb euch Bildungsanstiftern sehr verbunden fühlt und mit der Übergabe der Kolanüsse die Partnerschaft besiegeln möchte. Mit dem Ritual soll die persönliche Begegnung und die Zusammenarbeit zwischen dem Verein und der Dorfschule gestärkt und gesegnet werden.‘
Anschließend werden wir vom Dorfältesten begrüßt, der den Bildungsanstiftern in seiner Rede im Namen der Dorfgemeinschaft herzlich dankt. ‚Das war kein Zufall, dass ihr bei eurer Reise damals ausgerechnet zu unserer Schule Keur Dieumb gekommen seid. Wir schätzen eure Hilfe sehr und sind Gott sehr dankbar für die Partnerschaft.‘‘

Der Dorfälteste und Monsieur Directeur zusammen mit zwei Vertreterinnnen der
Bildungsanstifter e.V.


‚Kommt doch mit uns, wir möchten euch gerne zeigen, was sich seit eurem letzten Besuch alles verändert hat.‘ Mit dieser freundlichen Aufforderung werden wir durch das große Schulgelände geführt, besuchen den Brunnen, der mit seinen 30 Metern Tiefe im Moment nicht mehr ausreicht, Wasser zu schütten. ‚Die letzte Regenzeit war viel zu spät und zu kurz. Seitdem haben wir kaum noch Wasser. Das ist der Klimawandel.‘ so erläutert uns Direktor Moussa. Auch die Toilettenanlagen (unser letztes Projekt) werden uns in gutem Zustand gezeigt.


Dann treten drei Jugendliche auf uns zu und auch sie begrüßen uns herzlich an ihrer Schule. Es sind die Schülervertreter von Keur Dieumb, der sog. Präsident, der Innenminister und die Ministerpräsidentin der Schule. Sichtlich aufgeregt, aber mit großer Ernsthaftigkeit bedanken sie sich im Namen aller Schüler und Schülerinnen bei uns. Dass sie dies in deutscher Sprache tun, ist eine große Geste, die wir zu würdigen wissen. Wie beim letzten Besuch sind wir beeindruckt, die demokratische Teilhabe der Kinder und Jugendlichen von Keur Dieumb so hautnah erleben zu können.

Ministerpräsidentin, Präsident und Innenminister der Schule


Beim nächsten Gebäude empfängt uns Monsieur Fall, der Bauleiter unseres Projektes ‚Ein Platz für Bildung‘. Er hat die Konstruktionspläne und allerhand Zahlen mitgebracht und erläutert fachmännisch die bisherigen Schritte der Sanierung der Vorschulklasse. Wichtigster Schritt war zu Beginn, die Statik des Gebäudes zu stabilisieren und entsprechende Betonpfeiler einzuziehen. Zudem konnte von der ersten Geldspende auch bereits der Boden repariert werden. – Geplant sind weiterhin, das Dach vor der Regenzeit zu reparieren, Fenster einzusetzen sowie die Wände zu streichen. Bis die nächste Spendenrate eingeht, steht der Bau nun erstmal still.

Monsieur Fall


Nach dem Rundgang wurden wir vom Elternbeirat und ihrer Vorsitzenden begrüßt und zu einem Mittagsmal eingeladen: köstliche Teigtaschen sowie erfrischenden Ingwersaft haben die Eltern als Dank für uns vorbereitet. In der gemütlichen Runde herrschte eine sehr ausgelassene Stimmung. Neuigkeiten im Lehrerkollegium wurden ausgetauscht, viel gelacht und natürlich von allen Seiten Fotos gemacht. ‚Nur schade, dass Monsieur Bachmann nicht dabei sein kann. Wir freuen uns, ihn das nächste Mal mit begrüßen zu können!‘ – so Direktor Moussa.

Der Elternbeirat


Die Zeit ging wie im Flug vorüber. Gegenseitige Geschenke und Aufmerksamkeiten wurden ausgetauscht, Flyer der Bildungsanstifter zum neuen Projekt ausgegeben und der 1. Vorsitzenden (Madame Roppelt) eine wunderschöne Halskette angelegt. Mit großer Begeisterung hat Direktor Moussa die drei mitgebrachten Laptops (aus zweiter Hand) in Empfang genommen: ‚Nun müssen wir die Zeugnisse für die 300 Schüler*innen nicht mehr handschriftlich erstellen, sondern können dies mit einem Programm machen. Die Laptops sind eine immense Erleichterung für unsere Arbeit!‘


Nach dem gemeinsamen Gruppenbild war die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen. Es spricht für die Offenheit, Herzlichkeit und Gastfreundschaft des Lehrerkollegiums, dass in so kurzer Zeit eine wirklich freundschaftliche und fachliche Verbundenheit entstehen konnte.
Wir werden unser Möglichstes tun, um unser Projekt ‚Ein Raum für Bildung ‘voranzutreiben und in Deutschland weiterhin Unterstützer und Sponsoren suchen. Dann kann die Sanierung der Vorschulklasse hoffentlich bis zur Regenzeit im Sommer abgeschlossen werden.
Wir kommen wieder – mit Monsieur Bachmann. Das mussten wir versprechen!
Au revoire! Auf Wiedersehen! – Inshallah! So Gott will!

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