L’ecole de Keur Dieumb vous souhaite la bienvenue et vous remercie

20181102-7771DMC-FZ1000Direktor Moussa Thaindoum und Dr. Ulrike Roppelt vor dem Brunnen der Schule Keur Dieumb, Thies, Senegal.

Wege sind manchmal verschlungen und führen nicht immer direkt zum Ziel. So teilt die neue Autobahn die Gegend um ‚unsere‘ Dorfschule in zwei Hälften – und während wir über Stock und Stein links der Autobahn nach der richtigen Abzweigung suchen, steht auf der anderen Seite im Hof der Schule schon das Empfangskomitee Spalier. Mithilfe eines Lotsen aus Bamberg (Hendrik) biegen wir dann doch noch in die richtige Staubstraße ein und werden im Dorf mit einem herzlichen ‚Bienvenue‘ empfangen. Schon schreitet unsere kleine Bamberger Delegation in Begleitung der senegalesischen Lehrkräfte und Direktor Moussa durch ein winkendes Spalier von lachenden Jungen und Mädchen. Welch eine wunderbare Überraschung, welch ein schöner Empfang.

 

‚L’ecole de Keur Dieumb vous souhaite la bienvenue et vous remercie‘ (Die Schule Keur Dieumb heißt euch herzlich willkommen und bedankt sich.) – fünf Mädchen halten tapfer die Schilder mit dieser Aufschrift in die Höhe. Schon beginnen 8 andere Mädchen in traditioneller farbenfroher Tracht einen Begrüßungs- und Dankestanz vorzuführen. Es schließt sich die Rede des Schülersprechers an, der uns im Namen aller Jungen und Mädchen für die Unterstützung beim Toilettenbau dankt. Mit vor Aufregung zitternden Händen hält er sein Skript und trägt mit großer Ernsthaftigkeit seine Rede vor. Er ist der erste, der bei dieser Feierstunde sprechen darf – für uns ein starkes Signal.

Ein einziges Mal haben wir die Lehrkräfte vor fast 2 Jahren für ein paar Stunden gesehen und doch ist bei dieser Begegnung ein Freundschaftsband entstanden, dass auch jetzt wieder zu herzlichen Begrüßungen und Umarmungen führt. Direktor Moussa findet treffliche Worte der Begrüßung und sein Dank kommt wahrlich aus ganzem Herzen. Auch die beiden Dorfältesten sind nun dazu gestoßen und danken uns für die Unterstützung der Dorfschule.

Mit großer Würde und Stolz werden wir nun zu den neuen Toilettenanlagen geführt, die einen soliden Eindruck machen: barrierefrei, sauber, mit Trockengrube und Handwaschbecken. Kein Vergleich zu den ursprünglichen Bodenlöchern, die niemand mehr von den Kindern benutzen wollte.

Mit 260 Kindern im Schlepptau bewegt sich die kleine Karawane über das Schulgelände, begutachtet den Brunnen und schaut in die Klassenzimmer. Ein Raum fällt uns besonders auf: Der Boden ist mit Löchern übersät, die Wände haben Risse, Tische und Stühle sehen äußerst morsch aus. ‚Das ist der Kindergarten, die Vorschule‘ – sagt uns Direktor Moussa – ‚die Kinder fangen nächste Woche hier an‘. Unsere Bestürzung versuchen wir zu überspielen, denn keiner von unserer Gruppe ist wohl davon ausgegangen, dass sich in diesen ‚schlimmen‘ vier Wänden überhaupt jemand aufhalten möchte.

Nach dem Rundgang wird Speis und Trank gereicht: Gefüllte Taschen und selbstgemachte grüne Säfte. Was das wohl für eine Frucht sein mag? – Und dann werden wir alle noch mit Geschenken bedacht: schicke rosa- und schwarz-weiße Taschen sowie ein wunderbares großes Gemälde, das auf Holz gemalt wurde. Ist dort nicht eine Frau mit weißer Haut zu sehen? – Auf meine Frage hin ernte ich nur ein breites Grinsen.

Die Zeit verfliegt und schon heißt es Abschied nehmen.

‚Das nächste Mal bleibt ihr bitte länger! Und bringt Monsieur Hendrik mit!‘ – ‚Ja, das machen wir!‘ rufe ich noch winkend.

Und ja, ich bin mir sicher: Es wird sicher ein Wiedersehen geben. Inshallah! – So Gott will!

Und ja, wir sind schon mitten in den Überlegungen für das nächste Projekt mit unserer Dorfschule: die Raumgestaltung und Ausstattung der Kindergartengruppe.  

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