Senegal

Wir blicken zufrieden auf unser erstes Projekt zurück:

Toiletten für Keur Dieumb

Und so begann es:

Die Dorfschule Keur Dieumb oder: Was haben Toiletten mit Bildung zu tun?

40% des Staatshaushaltes werden im Senegal offiziell für Bildung ausgegeben. Doch schon wenige Kilometer abseits der großen Städte nahe dem Atlantik sind die kleinen Kommunen bei der Erhaltung ihrer schulischen Infrastruktur sehr auf sich allein gestellt. Weitere Informationen: Länderinformationsportal

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Die Dorfschule Keur Dieumb nahe der Provinzstadt Thiès verfügt für 240 Schulkinder über nur drei Toiletten, die sich zudem in einem katastrophalen Zustand befinden: es gibt keine Türen und am Boden nur völlig verstopfte Löcher. ‚Hier geht schon lange niemand mehr auf die Toilette‘, erläutert der Direktor der Schule beim Rundgang auf dem Gelände. Während sich die Jungen auf dem großen Gelände anders zu helfen wissen, trifft diese prekäre Hygienesituation besonders die Mädchen. Sie haben keine Möglichkeit für einen einigermaßen geschützten Toilettengang. Aus Angst, doch in Verlegenheit zu geraten, trinken die meisten Mädchen den ganzen Tag nichts oder laufen bereits mittags zurück in ihr Dorf. Durstig können sich die Mädchen nur schlecht auf den Unterricht konzentrieren.

Der Zustand der Toilettenanlage ist somit ein Schlüsselfaktor, der in der Dorfschule gutes Lernen behindert. Die verantwortliche Kommune sieht im Moment keine Möglichkeit, die Toilettenanlage zu sanieren.

Auch die Klassenzimmer sind in einem schlechten baulichen Zustand. Das Wellblechdach ist löchrig, sodass es in der Regenzeit hineinregnet und der Betonboden ist von tiefen Furchen übersät.

Die Kinder dagegen füllen die bescheidenen Räume wie kleine Juwelen des Landes. Wissbegierig und selbstbewusst schreiben sie auf ihren Kreidetafeln und beteiligen sich eifrig im Unterricht.

Die Mädchen und Jungen nehmen den mitunter weiten Schulweg gerne auf sich und gehören zu den rund 68 Prozent der Kinder, die im Senegal beschult werden. Es gibt zwar eine offizielle Schulpflicht, die mit sechs Jahren beginnt. Da der Staat jedoch nicht kontrolliert, ob Familien dieser Pflicht nachkommen, liegt die Quote der Analphabeten entsprechend hoch (etwa 40%).

Doch vieles dieser ungünstigen Lernumwelt macht das Lehrerkollegium mit seinem großen Engagement wieder wett und verweist stolz auf die Dinge, die funktionieren: der etwa 20 Meter tiefe Brunnen, der gutes Wasser fördert und der geschützte Innenhof, der zum Spielen in den Pausen einlädt.

Direktor Moussa Thiandoum berichtet stolz von den vielen Kindern, die sich täglich darauf freuen, neue Erfahrungen zu machen und den Unterrichtsstoff lernbegierig aufsaugen. Unterrichtssprache ist Französisch, denn die Mädchen und Jungen gehören vielen verschiedenen Stämmen an, den Wolof und Diola, Serer, Fulbe und Mandingo und verständigen sich in der Regel auf Französisch.

Raum für Private Initiativen

Eine neue Toilettenanlage für eine kleine Schule im Senegal, ein solches Projekt hat einen Umfang und finanziellen Aufwand, der auch im Rahmen einer Privatinitiative zu stemmen ist.

Dr. Hendrik Bachmann und Dr. Ulrike Roppelt haben bei ihrem Besuch im Januar 2017 den Verantwortlichen der Dorfschule versprochen, ihr Anliegen nach Deutschland zu tragen.

Die beiden haben sich bereits an Schul-Projekten in Afghanistan, bei tunesischen Wüstenbeduinen und im Senegal beteiligt.

Die geplante Toilettenanlage umfasst einen Block von 6 Toiletten sowie eine barrierefreie Toilette für Kinder mit Einschränkungen. Die Kalkulation für die Erdarbeiten, das Fundament und die Installation der Toiletten beläuft sich auf etwa 7 000 Euro und wurde bereits eingehend geprüft. Die Einweihung der Toilettenanlage ist im November 2018 geplant. Bis dahin gilt es, den erforderlichen Geldbetrag zusammen zu tragen.

Natürlich kann die Unterstützung vor Ort nur geleistet werden, wenn es zuhause in Deutschland auch Menschen gibt, welchen das Schicksal der senegalesischen Kinder und Jugendlichen am Herzen liegt. Die Spendengelder der Bamberger Chornacht (2018) stellen einen Baustein für dieses Projekt dar. Die Einnahmen, die an diesem Abend ‚eingesungen‘ werden, sollen in den Bau der neuen Toilettenanlage fließen und damit eine Brücke schlagen zwischen Bamberg und der Dorfschule Keur Dieumb.

Es würde uns freuen, wenn sich viele Gleichgesinnte anschließen, die sich für eine bessere Zukunft der Kinder engagieren. Mit unserer Investition tragen wir alle ganz wesentlich dazu bei, der Bildung und Zukunft der Menschen im Senegal eine reelle Chance zu geben – und sei es zunächst auch nur als ‚Tropfen auf den heißen Stein‘. Er wird seine Wirkung entfalten.